Nach nun knapp einem halben Jahr Einsatz in Vorlesungen und Übungen ist es Zeit, ein kleines Fazit zum Einsatz des Microsoft Surface 3 im Universitäts-Alltag zu ziehen und mein Setup und den Workflow kurz darzustellen.

Eines vorneweg: ich beziehe mich hier auf das Microsoft Surface 3 (nicht die Pro-Version) mit Intel Atom Quad Core x7-Z8700 Prozessor, 4 GB RAM und 128 GB internem Flash-Speicher. Täglich im Einsatz habe ich außerdem das Type Cover, den Surface Pen (hier allerdings die aktuelle Version) und eine dauerhaft eingelegte 128 GB Micro SD Karte von SanDisk.

Software-Setup

Am häufigsten verwende ich wohl Microsoft OneNote 2016, welches für Studenten der meisten Universitäten kostenfrei via Office 365 bezogen werden kann.
Außerdem stets aktiv ist Syncthing, welches die angelegten Notizbücher mit meinen anderen Geräten und dem NAS synchron hält.

Als Betriebssystem kommt Windows 10 Home zum Einsatz, mit welchem das Gerät bereits ausgeliefert wurde. Mit dem nächsten größeren Windows 10 Update sollen außerdem die Stifteingabe weiter verbessert und der Akkuverbrauch weiter gesenkt werden.

Workflow

Vorbereitung

Zu Beginn des Semesters lade ich mir (falls verfügbar) das jeweilige Skript und mögliche Folien der Dozenten als PDF von der Veranstaltungsseite herunter und erstelle für jede Veranstaltung ein neues OneNote Notizbuch in einem von Syncthing synchronisierten Verzeichnis.
Dort erstelle ich nun Abschnitte für Vorlesungen, Übungen, Hausaufgaben, etc. und verwende anschließend den OneNote-Drucker, um die zuvor heruntergeladenen Dokumente in eine OneNote-Seite exportieren zu können.
Damit diese Ausdrucke auf einer Seite und nicht auf mehreren Seiten verteilt erscheinen, muss zuvor in den Optionen unter “Erweitert” der Haken bei “Lange Ausdrucke auf mehrere Seiten einfügen” entfernt werden.

Vorlesungen

In den eigentlichen Vorlesungen kann man nun sehr leicht wichtige Stellen im Skript markieren und eigene Anmerkungen hinzufügen (z.B. neben den “ausgedrucken” Seiten oder in einem eigenen Abschnitt).
Auch eingeschobene Übungen lassen sich ohne großes “nach-Papier-kramen” schnell bearbeiten.

Übungen

Für die Übungsphasen empfiehlt es sich, karierte Hilfslinien einzublenden, damit man nicht schief schreibt oder verrutscht.
Neben dem normalen Aufschreiben von Rechnungen und Texten, kann man durch OneNote auch sehr leicht Bilder aufnehmen (mit der integrierten Kamera), einbinden und editieren oder Formen und Graphen einfügen und verzerren.
Natürlich lassen sich auch Screenshots aus Programmen wie MATLAB ohne Weiteres einbinden.

Wenn bearbeitete Übungen abgegeben werden sollen, können diese via “Exportieren” als PDF-Datei abgespeichert und in den gewohnten Portalen hochgeladen oder auch ausgedruckt werden.

Auch Programmieraufgaben lassen sich durch das Type Cover und den Kickstand wie an einem normalen Laptop erledigen. Diese sind auch der einzige Grund, weshalb man OneNote verlassen und in eine IDE wechseln muss.

Fazit

Vor allem das eingesparte Gewicht (Skripte, Collegeblock und Co können zu Hause bleiben) macht sich zuerst bemerkbar, wenn man auf einen komplett digitalen Workflow umsteigt.
Doch neben den vielen Vorteilen sollte man nie vergessen, dass ein Tablet-PC noch schneller ausfallen oder gar kaputt gehen kann als gebundenes Papier. Backups, Ladegerät und einen Notfall-Collegeblock sollte man immer mit dabei haben. Auch ein USB-Hub, ein Mini-Display-Port auf HDMI-Adapter und Ersatzbatterien für den Eingabestift können von Vorteil sein.

Zum Abschluss noch die Antwort auf die Frage, warum ich mir kein Surface Pro 4 zugelegt habe: ich habe einen Tablet-PC gesucht, der genügend Leistung für Office-Anwendungen und ein wenig Surfen im Netz hat. Die aktuellen Surface Pro 4 Geräte sind allerdings schon Laptop, bzw. Desktop-Ersatz und bieten mir persönlich zu viel Leistung für den benötigten Zweck. Außerdem spielt natürlich der gewaltige Preisunterschied eine große Rolle.