Heute ist es Zeit für das Wunschtutorial zweier Leser: Die Installation und Einrichtung eines einfachen Minecraft Bukkit Servers mit den beiden Plugins “Essentials” und “WorldEdit” unter Windows und Linux. Außerdem erfahren Sie hier, wie Sie Ihren lokalen Server anderen Spielern via Hamachi oder einer Portfreigabe (bei einer FritzBox) anbieten können.

Was ist ein (Craft)Bukkit Server?

Minecraft ist ein 3D Sandbox-Spiel in dem jeder Spieler Blöcke wegnehmen und platzieren kann. Mittlerweile gibt es über 200 verschiedene Blockarten (Stein, Holz, Treppen) und Biome (Wüste, Jungle) oder sogar Welten wie die Hölle. In Höhlen und nachts kommen jedoch Monster zum Vorschein, die Ihr Leben schnell beenden können. Minecraft ist bereits seit zwei Jahren sehr populär und bei vielen Let’s Playern auf YouTube der Einstieg in die LPer-Szene.

Jeder Minecraft-Spieler hat sicherlich bereits einmal mit Freunden oder auch Fremden zusammen auf einem Server gespielt. Der “normale” Server von den Minecraft-Entwicklern Mojang bietet jedoch nur die Grundfunktionen (Spieler kicken/bannen, Rundnachrichten) und kann nicht erweitert werden.
Der Bukkit-Server setzt an dieser Schwachstelle an und bietet einen Plugin-fähigen Minecraft-Server mit vielen Erweiterungsmöglichkeiten und Einstellungen.

Installation

Laden Sie einfach unter http://dl.bukkit.org/ den aktuellen “Recommended Build” oder die aktuelle Beta (im Falle eines wichtigen Versionsunterschiedes) herunter und kopieren Sie die .jar-Datei in einen Ordner Ihrer Wahl.
Wichtig: Nutzen Sie niemals direkt den Desktop oder die Eigenen Dokumente, da beim Start der Datei weitere Dateien und Ordner erstellt werden!

Der Start des Servers erfolgt stets in einem Terminal-Fenster (bzw. CMD), und ist daher unter Windows anders als unter Linux oder Mac OS. Daher muss hier die Start-Datei mit unterschiedlichem Inhalt gefüllt werden.

Windows

Legen Sie mit einem Texteditor wie Notepad (oder besser: Notepad++) eine Datei namens run.bat an. Achten Sie darauf, dass die Dateiendung wirklich .bat ist und nicht .txt!
Kopieren Sie nun folgenden Text in das Dokument hinein und achten Sie darauf, den richtigen Dateinamen zu verwenden (basierend auf der aktuellen Bukkit-Version oder Sie benennen die Datei um).

java -Xms1024M -Xmx1024M -jar craftbukkit.jar
PAUSE

Mit einem simplen Doppelklick auf die run.bat-Datei wird der Server nun in einem Konsolen-Fenster gestartet.

Linux

Legen Sie mit einem Texteditor wie nano (oder gedit) eine Datei namens bukkit.sh an.
Kopieren Sie nun folgenden Text in das Dokument hinein und achten Sie darauf, den richtigen Dateinamen zu verwenden (basierend auf der aktuellen Bukkit-Version oder Sie benennen die Datei um).

#!/bin/bash
BINDIR=$(dirname "$(readlink -fn "$0")")
cd "$BINDIR"
java -Xms1024M -Xmx1024M -jar craftbukkit.jar

Nun müssen Sie der Datei noch Execute-Rechte geben:

chmod +x bukkit.sh

Nach einem simplen Doppelklick auf die bukkit.sh-Datei oder durch die Ausführung von ./bukkit.sh wird der Server nun in einem Konsolen-Fenster gestartet.

Die Konfiguration

Sobald der Server gestartet wurde, sehen Sie im Konsolen-Fenster Meldungen durchlaufen. Vorallem beim erstmaligen Start des Servers sind einige Fehlermeldungen über fehlende Dateien dabei.
Nach dem Start können Sie im Konsolen-Fenster den Befehl stop eingeben, um den Server zu stoppen.

Zuallererst sollten Sie sich mit den Konfigurationsdateien auseinandersetzen:

  • server.properties –> Die wichtigste aller Konfigurationsdateien. Diese enthält alle wichtigen Einstellungen eines Minecraft-Servers und wird später auch noch erweitert.
    Sie enthält unter anderem den Weltnamen, Seed, den MOTD und auch den StandardGamemode.
  • bukkit.yml –> Die Bukkit-spezifischen Einstellungen finden Sie hier. Dies sind Einstellungen wie die Ticks pro Minute oder der Spawn von Tieren.

Die Plugins

Nach Ihren ersten Einstellungen sollten Sie sich nun problemlos auf den Server verbinden können (auf dem gleichen PC via localhost und im Netzwerk über die IP-Adresse).

Der nächste Schritt ist nun die Installation der beiden Plugins “Essentials” und “WorldEdit”. Dazu benötigen Sie nun den plugins-Ordner in Ihrem Bukkit-Ordner.
Weiterhin finden Sie unter http://dev.bukkit.org/server-mods/ ein Verzeichnis mit vielen Plugins für den Bukkit-Server.

Bukkit Server: Ordner-Struktur

Essentials

Das Essentials-Plugin fügt viele In-Game-Befehle zum Spiel hinzu, färbt den Chat ein und bietet unter anderem auch die Möglichkeit die Zerstörung der Welt durch Creeper zu verhindern.

Laden Sie sich also das zip-Archiv von dieser Seite herunter und kopieren Sie die gewünschten Komponenten aus dem Archiv in den Plugin-Ordner hinein.

Beim Start des Servers werden Sie nun einige neue Meldungen sehen, die durch das Plugin-Paket hervorgerufen werden. Außerdem finden Sie jetzt im Plugin-Ordner einen Ordner “Essentials” mit weiteren Konfigurationsdateien und dem Warp-Verzeichnis.

WorldEdit

Mit WorldEdit ist es sehr einfach neue Strukturen zu erstellen oder alte abreißen. Durch dieses und weitere Tools lassen sich somit in wenigen Minuten riesige Gebäude erbauen.

Laden Sie sich von dieser Seite das zip-Archiv herunter und entpacken Sie die WorldEdit.jar in den Plugin-Ordner und laden Sie den Server mit dem reload Befehl neu oder (besser noch) stoppen und starten Sie ihn einfach.

Auch hier finden Sie nun im Plugin-Ordner einen Unterordner “WorldEdit” mit weiteren Konfigurationsdateien und erweiterten Einstellungen.

Freigabe des Servers

Die Freigabe eines Servers sollte nur im Online-Mode erfolgen (dh. in der server.properties muss online-mode = true sein), sodass der Server vor dem akzeptierten Login die Accountdaten bei Mojang verifiziert. So können sich nur die berechtigten Account-Inhaber am Server anmelden.

Für die öffentliche Freigabe gibt es nun zwei Möglichkeiten; jeweils mit Vor- und Nachteilen.

Hamachi

Mit dem kostenlosen Tool LogMeIn Hamachi können Sie VPNs zwischen 2 bis 4 Rechnern aufbauen und durch die normale IP-Adresse ohne weitere Einstellungen auf einem Server (der natürlich auf einem der Rechner laufen muss) spielen.

Einer der Nutzer muss nur ein Netzwerk erstellen in welches alle anderen Mitspieler hinein müssen. Sollte die maximale Nutzerzahl eines Netzwerkes erreicht sein, muss der Server-Host die weiteren Mitspieler in ein neues Netzwerk leiten.

Den Download des Tools finden Sie hier.

Portfreigabe

Der einfachste Weg ist jedoch die Portfreigabe. Durch diese benötigen die Mitspieler nur noch Ihre öffentliche IP-Adresse und können dem Server beitreten.

Im Menü Ihrer FritzBox finden Sie unter Internet -> Freigaben die Möglichkeit Portfreigaben zu erstellen. Dort müssen Sie dann den Port des Servers angeben (falls Sie diesen nicht geändert haben ist es der Port 25565) und die Einstellungen übernehmen.

Fazit

Mit einem einfach und schnell eingerichteten Bukkit-Server können Sie vielerlei an Ihrem Minecraft-Spiel modifizieren und den Spielspaß erhöhen.
Auch eine Freigabe für andere Spieler weltweit gestaltet sich einfach und funktioniert problemlos.