Am 12. August 2016 ist der lang erwartete und stark gehypte Open-World Titel “No Man’s Sky” für den PC erschienen. Der Launch war von vielen Problemen geprägt und einige Spieler machten ihren Frust in verärgerten Reviews deutlich.
Nach einigen Stunden Spielzeit möchte ich hier eine kleine Übersicht über die guten und die schlechten Seiten des Spiels geben.

Das ist gut

Die Spielwelt

Die Spielwelt ist riesig und wird prozedural generiert - jeder Planet mit seiner eigenen Flora und Fauna und jedes Planeten-System ist demnach einzigartig. Der Spieler hat die Möglichkeit die gesamte Spielwelt mit ihren 18.446.744.073.709.551.616 Planeten zu besuchen - wird dies aber wohl kaum tun. Stattdessen entdeckt man als Spieler ständig neue Planeten und Systeme und kann nicht nur diese, sondern auch die Lebewesen und Pflanzenarten auf dem Planeten mit eigenen Namen ausstatten.
Ein weiterer Vorteil der prozeduralen Generierung der Spielwelt neben den abwechslungsreichen und immer neuen Gebieten ist auch die geringe Downloadgröße des Spiels von gerade mal 2,5 GB.

Die Grafik

Im Vergleich zur PS4-Version wird die gute Grafik des Titels auf dem PC deutlich. Je nach Planet durchwandert / durchfliegt man eine schön texturierte Naturlandschaft und interessant gestaltete Alien-Basen.
Hier offenbart sich allerdings auch ein Nachteil der prozedural generierten Spielwelt: viele Assets werden häufig wiederverwendet und so gleichen sich z.B. einige Gebäude doch recht stark - vor allem bei der Innenausstattung.

Die Performance

Während einige Spieler “No Man’s Sky” nicht einmal starten konnten, lief das Spiel auf meinem Rechner gut und meist flüssig.
Mit einer Nvidia GTX 970 und höchsten Grafikeinstellungen wurden fast immer 60 FPS erreicht. Außnahmen waren schnelle Flüge über den Planeten und ruckartige Bewegungen, die regelmäßig zu kleinen Rucklern geführt haben.
Allerdings genehmigt sich das Spiel auch kleine Gedenkpausen beim Scannen von Lebewesen und Pflanzen - wahrscheinlich um mögliche Daten (wie eigene Namen) von den Spielserver abzurufen.
Hier geloben die Entwickler jedoch baldige Besserung in Form von Updates via Steam, GOG und den sonstigen Vertriebsplattformen.

Das ist schlecht

Der Multiplayer-Modus

Es gibt ihn praktisch nicht. Obwohl die Entwickler mehrfach von einem solchen gesprochen haben, ist “No Man’s Sky” eigentlich ein reines Singleplayer-Spiel mit kleinen Multiplayer-Akzenten.
Zwar werden die selbst festgelegten Namen mit den anderen Spielern synchronisiert, allerdings gibt es keine Möglichkeit andere Spieler zu treffen, mit ihnen zu handeln oder gemeinsam den Planeten zu erkunden.
Hier wurde leider sehr viel Potenzial verschenkt.

Die Story

Tutorial und Story existieren nur in einem sehr eingeschränken Rahmen. Während man ersteres nicht unbedingt braucht (Tastenbelegungen lassen sich in den Optionen nachschauen und viele Aktionen sind selbsterklärend), ist eine gut geschriebene und interessante Story gerade in einem Singleplayer-Spiel fast unabdingbar.
Dass es auch ohne Story geht zeigen allerdings Titel wie Minecraft und Terraria - diese bieten jedoch wiederum einen durchdachten Multiplayer-Modus.
Entscheidet man sich zum Spielstart zur Hilfe durch “Atlas” erhält man zwar unten rechts Aufgaben eingeblendet, allerdings findet man nirgends Hinweise zur Durchführung dieser und bleibt so unter Umständen auch stecken, bis man zufällig den richtigen Alien-NPC anspricht.

Die Übersichtlichkeit

Wenn man mehrere Stationen auf einem Planeten entdeckt hat wird man sich fragen: wie finde ich die jemals wieder? Momentan praktisch gar nicht, da eine Übersichtskarte für die einzelnen Planeten und Planeten-Systeme fehlt.
Sucht man eine bereits gefundene Station irrt man meist einfach nur umher, findet allerdings schnell alternative Stationen, die genau die gleichen Aktionen ermöglichen.
Vorhanden ist allerdings eine System-Übersicht, die die Systeme in der Nähe anzeigt und ob dieses bereits entdeckt wurde. Mehr Informationen zu den vorhandenen Planeten erhält man dort jedoch auch nicht.

Die Langzeitmotivation

Ohne Story, ohne Multiplayer und ohne Map kommt man schnell an den Punkt, dass das Spiel seinen Reiz verliert. Die vorhandenen “Missionen” sind meist die gleichen und auch die Weltraumschlachten sind entweder zu schwer (z.B. 8 Schiffe gleichzeitig bekämpfen) oder zu leicht und bringen nur sehr kleine Gewinne.
Auch gibt es praktisch keinen Anreiz, einen Planeten längerfristig zu besuchen. Schön wäre eine Funktion, mit der man eigene Gebäude (wie z.B. ein Lager) aufbauen könnte. Momentan landet man auf einem Planeten, entdeckt ein paar Gebäude und Tiere und fliegt zum nächsten Planeten weiter.

Fazit

“No Man’s Sky” ist ein schön gestaltetes und visuell abwechslungsreiches Spiel mit großem Potenzial. Dieses wird allerdings nur zu einem sehr geringen Teil ausgenutzt und viele mögliche Features existieren einfach nicht.
Der momentane Preis von 60€ ist für einen Planetenerkundungssimulator meiner Meinung nach einfach zu hoch.
Sollten die Entwickler in Zukunft einen Multiplayer-Modus, eine Karte für Planeten und Systeme, ein verbessertes Quest-System und ein Bausystem nachreichen, ist das Spiel sicherlich einen zweiten Blick wert.