In diesem Review lesen Sie meine Erfahrungen zur Performance und zum Umgang mit dem sehr günstigen Mini-Computer Raspberry Pi.

Was ist der Raspberry Pi?

Der Raspberry Pi ist ein kleiner, EC-Karten großer Computer auf einem Board mit allen nötigen Anschlüssen wie Netzwerk, USB und HDMI, jedoch nur 256 / 512 MB RAM und einer ARM-CPU (700 MHz – 1 GHz). In diesem Artikel möchte ich Ihnen meine Erfahrungen mit dem Mini-Computer mitteilen.

Raspberry Pi

Gekostet hat der Mini-PC fast 41 Euro, die Lieferzeit betrug (Interesse am 16.6 registriert, am 29.6 bestellt, am 23.7 geliefert) insgesamt etwas mehr als einen Monat.

Erste Schritte mit dem Gerät

Das Betriebssystem der Wahl ist Raspbian, ein für den RasPi angepasstes Debian Wheezy Linux. Dieses muss vor dem ersten Start auf eine SD-Karte installiert werden (min. 2 GB).
Beim ersten Start werden grundlegende Aufgaben von einem Assistenten übernommen. Nach der Erstellung eines neuen Nutzers habe ich die RAM-Aufteilung für das System und die GPU auf ein Verhältnis von 224 MB : 32 MB geändert (andere Verhältnisse jederzeit möglich) um meinem zukünftigen Mini-Server mehr Power zu geben.
Danach habe ich den bereits vorhandenen SSH-Server aktiviert und den RasPi nur noch über das Netzwerk genutzt.

Einrichtung als Server

Bereits bei den ersten Updates fällt die geringe Rechenleistung des Geräts auf: Die Bildung der Paketliste dauerte länger als unter einem “normalen” PC und auch die Installation der Pakete wie einem apache2-Webserver (mit PHP und Zusatzmodulen) zog sich in die Länge.
Alle weiteren Installationsschritte habe ich nun nach meinem Tutorial zu einem Ubuntu-Server vollzogen und kann nun nach mehreren kurzen Tests einige Informationen über die Performance des Geräts geben.

Die Performance

Das Kopieren von Dateien auf den RasPi hatte über das Netzwerk (via Samba-Freigaben) eine Geschwindigkeit von 3MB/s bis 6MB/s, innerhalb des Dateisystems bis zu 10MB/s.

Der apache2 läuft flüssig und schnell (bei max. 10 gleichzeitigen Anfragen einer kleinen Test-Seite), bei PHP-Anwendungen wird es langsamer (max. 5 gleichzeitige Anfragen einer DokuWiki-Seite). MySQL ist jedoch so gut wie nicht zu benutzen: Im „Ruhezustand” werden knapp 20% der CPU und 40% RAM verbraucht, daher benutze ich SQlite, was wesentlich schneller ist.

Der Seitenaufbau von OwnCloud dauerte knapp 5 Sekunden, was bei der kleinen Hardware für mich noch zu verschmerzen ist. Die Geschwindigkeit aller PHP-Anwendungen lässt sich jedoch durch die Nutzung eines Cache-Plugins (sudo apt-get install php-acp) drastisch erhöhen. Wichtig ist, dass all diese Werte je nach CPU-Last variieren können!

Bildquelle: Jwrodgers - CC BY-SA 3.0